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Vollversicherung oder Teilautonomie

Welche Pensionskasse ist die richtige?

Welche Pensionskasse passt zu meinem Unternehmen?

Die Auswahl einer betrieblichen Vorsorgelösung ist für die Verantwortlichen in Schweizer KMU eine wichtige Entscheidung. Immerhin geht es um die Altersvorsorge der Mitarbeitenden. In unserem Artikel werden zwei Vorsorgemodelle gegenübergestellt und ihre wichtigsten Merkmale aufgezeigt. 

Entscheidend: das Verhältnis von Sicherheit und Rendite

Wenn es darum geht, sich für eine passende berufliche Vorsorgelösung zu entscheiden, wählen die meisten kleinen und mittelgrossen Unternehmen zwischen zwei Modellen: der Vollversicherung und der sogenannten Teilautonomie. Weil es dabei ums Sparen fürs Alter geht, spielt punkto Anlageentscheidung das Verhältnis von Rendite und Sicherheit eine zentrale Rolle.

Vollversicherung: wie Skifahren im Wintersportgebiet

Wie der Name schon sagt, steht bei der Vollversicherung die Sicherheit im Vordergrund. Ihre Merkmale lassen sich gut mit einem Skitag in einem typischen Wintersportgebiet vergleichen. Auch dort ist die gesamte Anlage darauf ausgerichtet, den Gästen ein möglichst komfortables Skierlebnis zu bieten – ohne unerwünschte Überraschungen. Man kauft sich eine Tageskarte, fährt mit der Seilbahn in die Bergstation und schwingt auf gut präparierten Pisten ins Tal. Dank Schneekanonen liegt garantiert genügend Schnee. Und falls das Wetter umschlagen sollte, zieht man sich einfach ins gemütliche Bergrestaurant zurück.

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Sicherheit dank vorsichtiger Anlagepolitik

Bei der Vollversicherung sieht es ähnlich aus. Zum Preis einer höheren Prämie (Tageskarte für die Benutzung der Infrastruktur) sind nicht nur Risiken wie Tod und Invalidität, sondern auch sämtliche Anlagerisiken abgedeckt. Um diese Sicherheiten garantieren zu können, verfolgen die Anbieter eine sehr vorsichtige Anlagepolitik. In der Regel werden über 70 % der Anlagen in festverzinsliche Wertschriften und nur weniger als 5 % in Aktien investiert. Um im Bild zu bleiben: Die Seilbahn ist zwar sicher, doch sie bringt die Skifahrenden nur auf eine limitierte Höhe. Das bedeutet, die Renditeaussichten sind bescheiden. In diesem Bereich bieten die meisten teilautonomen Kassen erheblich bessere Konditionen an.

Teilautonomie: wie die Freiheit einer Skitour

Dadurch dass eine teilautonome Pensionskasse keinen Deckungsgrad von 100 % garantieren muss, stehen ihr mehr Möglichkeiten offen. Diese Freiheiten lassen sich mit den Vorzügen einer Skitour erklären. Hier geniesst man die Fahrt in unberührtem Pulverschnee, dort profitiert man von der Freiheit, mehr in Aktien zu investieren. Unabhängig von begrenzenden Pistenmarkierungen und Seilbahnen freut man sich, höhere Gipfel zu erreichen, sprich langfristig bessere Renditeaussichten zu geniessen.

Risiken abwägen

Dafür nimmt man gewisse Risiken in Kauf. Schlägt das Wetter um, kann man nicht einfach zum gemütlichen Jägertee in die Skihütte nebenan. Zudem ist die Piste nicht präpariert. Kurz: Das Risiko steigt. Auf die teilautonome Stiftung bezogen bedeutet dies, dass sie bei schlechtem Wirtschaftsklima mit negativen Renditen umgehen muss. Da jedoch kurzfristige Unterdeckungen zulässig sind, dürfte sich das höhere Risiko langfristig in einer besseren Verzinsung des Altersguthabens im Vergleich zur Vollversicherung niederschlagen. 

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Welche Lösung ist die richtige?

Der Komfort der präparierten Piste oder die Freiheit der Skitour? Wie beim Wintersport gibt es auch bei der Wahl der betrieblichen Vorsorge kein richtig oder falsch. Da es allerdings darum geht, die optimale Lösung für das Unternehmen, die Mitarbeitenden und sich selbst zu finden, lohnt sich eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Thema. Je nachdem, ob maximale Sicherheit oder höhere Verzinsung der Alterskapitalien im Mittelpunkt stehen, fällt der Entscheid anders aus.

Es gilt also zu beachten, dass die Garantien einer Vollversicherung nur zum Preis einer niedrigen Rendite zu haben sind. Man erklärt sich mit einer Anlagepolitik einverstanden, die praktisch nicht in Aktien investiert. Es muss individuell berechnet werden, ob die eigenen Ansprüche im Pensionsalter mit einer jährlich tiefen Verzinsung erreicht werden können. Teilautonome Lösungen versprechen hier höhere Verzinsung und damit ein höheres Vorsorgeguthaben im Pensionsalter.

Beratung lohnt sich

Bei der Wahl einer geeigneten Lösung für die Pensionskasse sind solche Fakten allerdings nicht direkt an den Prämien ablesbar. Die Auswirkung auf die Leistungen und das Vorsorgekapital ist aber trotzdem nicht zu unterschätzen. Für die fundierte Abklärung aller Aspekte lohnt sich das Hinzuziehen eines Spezialisten auf jeden Fall.

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Glossar

In der Sprache der betrieblichen Vorsorge tauchen gewisse Begriffe immer wieder auf. Die wichtigsten sind hier kurz erklärt.

Der Umwandlungssatz ist der Prozentsatz, mit dem das vorhandene Altersguthaben bei Pensionierung in eine jährliche Altersrente (inklusive Versicherung für eine Ehegattenrente im Todesfall) umgerechnet wird.

Der Deckungsgrad zeigt das Verhältnis von den tatsächlich vorhandenen Anlagewerten zu den Altersguthaben und den Verpflichtungen. Idealerweise beträgt der Deckungsgrad mehr als 100 %. 

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