Wissenswertes

Unsere Anlagestrategie kurz erklärt

So verwaltet Perspectiva das Risiko: Ein Gespräch mit Senior Portfolio Manager Andreas Bertschi und Allan Holmes, Stv. Geschäftsführer der Bâloise-Anlagestiftung für Personalvorsorge.

Zwei Experten im Interview

Über zeitgemässe Vorsorge und die dynamische Strategie der Perspectiva Sammelstiftung

Andreas Bertschi ist Portfoliomanager für die Relax Lösung der Perspectiva Sammelstiftung. Zusammen mit einem sechsköpfigen Multi-Asset-Team bestimmt er täglich die Zusammensetzung der dynamisch bewirtschafteten Anlagenlösung. Allan Holmes, Stv. Geschäftsführer der Bâloise-Anlagestiftung für Personalvorsorge, ist Experte für Pensionskassenanlagen und betreut unter anderem die Perspectiva Sammelstiftung.

Herr Bertschi, viele Schweizer machen sich Sorgen um ihre Altersvorsorge. Teilen Sie diese Bedenken?
Bertschi: «Auf jeden Fall. Die gesteigerte Lebenserwartung, die ja eigentlich etwas Positives ist, und die niedrigen Zinsenhaben Auswirkungen auf das Altersguthaben zukünftiger Pensionäre. Davon betroffen ist neben der AHV und der 3. Säule natürlich auch die Pensionskasse. Um dem entgegenzuwirken und das Vorsorgevermögen optimal zu investieren, braucht es zeitgemässe Lösungen.»

Herr Holmes, stehen die Pensionskassen also unter Druck?
Holmes: «Der Druck ist sicherlich spürbar. Um eine Unterdeckung der Vorsorgewerke bei gesteigerter Lebenserwartung und schwachen Renditen zu verhindern, müssen Pensionskassen reagieren und sich dem aktuellen Umfeld anpassen. Zum einen gilt es, Umwandlungssätze zu reduzieren, damit das angesparte Kapital der steigenden Lebenserwartung entspricht, zum anderen müssen mit dem technischen Zinssatz auch die Annahmen für die zukünftigen Anlageerträge dem Tiefzinsumfeld angepasst werden. Aber auch anlageseitig sollten neue Wege  abseits bisheriger Strategien geprüft und angegangen werden.»

Spielt auch das demografische Ungleichgewicht eine Rolle?
Holmes: «Ja, vor allem bei Pensionskassen mit vielen Rentnern wird es immer schwieriger, die laufenden Renten zu finanzieren, da die Umwandlungssätze nicht mehr den aktuellen Renditemöglichkeiten und den der gesteigerten Lebenswertung entsprechen. »

Die Perspectiva Sammelstiftung ist noch jung und verfügt bisher noch über keine Pensionäre? Sind Sie vorbereitet?
Holmes: «Natürlich sind wir vorbereitet. Meines Wissens rechnen wir in diesem Jahr mit den ersten Bezügern. Diese werden über eine innerhalb der Perspectiva geführte Rentnerkasse geführt und können somit ebenfalls von unserer dynamischen Anlagestrategie profitieren.» Anmerkung Redaktion: Mittlerweile hat Perspectiva zwei Altersrentner (Stand März 2017).

Was zeichnet die Perspectiva Sammelstiftung aus?
Holmes: « Als Stiftung ist die Perspectiva in der Lage, für unsere einzelnen Kunden höhere Renditechancen zu ermöglichen, da durch die gemeinschaftliche Anlage eine optimierte Portfoliozusammensetzung umgesetzt werden kann. Wir bieten mit unserem Produkt Relax eine dynamische Anlagestrategie und mit dem Produkt Choice die Wahl zwischen einer dynamischen Anlagelösung und drei klassischen BVG-Mischvermögen, welche zum Teil bereits seit über 20 Jahren bestehen.»

Wir setzen auf neue, innovative Lösungen in der Pensionskasse

Wie funktioniert die dynamische Anlagestrategie?
Bertschi: «Die dynamische Strategie stellt eine Bewirtschaftung der Vorsorgevermögen abseits der klassischen Strategien von Pensionskassen dar. Bei der Verteilung der Anlagen richten wir uns nicht nach starren Aktien- oder Obligationenanteilen, sondern analysieren täglich die Entwicklungen auf dem Kapitalmarkt und passen das Portfolio flexibel im Hinblick auf anhaltende längere Trends an den Finanzmärkten an.»

Wie entscheiden Sie, ab wann Anpassungen nötig sind?
Bertschi: «Als Richtschnur dient der Puffer zum sogenannten Sicherheitsniveau, welches selbst bei schwierigen Marktverhältnissen nicht unterschritten werden sollte. Dieses wird jährlich durch den Stiftungsrat festgelegt und liegt derzeit bei der Relax-Lösung bei 90% und beim dynamischen Mischvermögen der Choice-Lösung bei 92% des Vorsorgevermögens. Ein grosser Puffer zum Sicherheitsniveau ermöglicht höhere Aktienquoten, ein kleiner Puffer erfordert eine Risikoreduktion»

Holmes: «Wir beobachten unsere Anlagepositionen langfristig und nehmen Verschiebungen von Aktienanlagen, Obligationen und Immobilien gezielt kontinuierlich vor. So sind wir auch gegen Verluste bei extremen Finanzmarktentwicklungen geschützt. Zum Beispiel wird die Aktienquote in schwierigen Börsenphasen bis auf 0% reduziert, um starke Verluste zu vermeiden.»

Wer kümmert sich um die Vermögensanlage?
Bertschi: «Wir sind ein Multi-Asset-Team aus sechs Leuten, von denen täglich mindestens eine Person die gegenwärtige Entwicklung berechnet und darauf basierend allfällige Änderungen in der Vermögensaufteilung, insbesondere zwischen Aktien und Obligationen, vornimmt.»

Holmes: «Die effektive Titelauswahl, zum Beispiel im Bereich der Aktien Schweiz und Obligationen in CHF, wird durch weitere spezialisierte Anlageteams vorgenommen. Bei besonderen Anlageklassen greifen wir auf Produkte anderer Asset Manager zurück.»                                                                                      

Perspectiva setzt stark auf Schweizer Aktien, Obligationen und Immobilien. Warum?
Bertschi: «Erstens gibt es gesetzliche Vorgaben, die einen Anteil von mindestens 70% an Anlagen in CHF verlangen. Zweitens wird das systematische Eingehen von Fremdwährungsrisiken aus unserer Sicht zu wenig belohnt. Drittens legen wir Wert darauf, nur in Positionen zu investieren, die wir kennen oder einschätzen können. Im Inland ist dieser Qualitätsanspruch natürlich einfacher zu erfüllen.»

Ist die Nachhaltigkeit der Anlagen ein Thema?
Bertschi: «Wir haben gewisse Ausschlusskriterien für Positionen, die nicht einem Mindestmass an Nachhaltigkeit entsprechen oder moralisch fragwürdig sind. Unser Hauptfokus liegt aber auf der Performancemöglichkeit und dem Risiko einer Anlage.»

Wie attraktiv ist die dynamische Anlagestrategie für Ihre Kunden?
Bertschi: «Die Strategie stösst auf grosses Interesse bei unseren Kunden. Die Anlagestrategie strebt insbesondere an, dass Risiken reduziert werden und das Renditepotenzial erhalten bleibt.»

Welchen Kunden würden Sie die Produkte Relax oder Choice empfehlen?
Holmes: «Für Kassen ab 50 Mitarbeitern mit mehr Expertise und Risikofähigkeit bietet Perspectiva Choice die Wahl aus vier Anlagestrategien. Bei kleineren Kassen stellt sich die Frage, ob Perspectiva Relax mit der dynamischen Strategie eine sinnvolle Alternative zu einer Vollversicherung sein kann. Hier entscheidet am Ende das Bauchgefühl des Kunden. Die meisten Kunden, die sich für Relax entscheiden, haben aber die derzeitige Problematik der Kapitalmärkte erkannt.»

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