Pensionskasse

Pensionskasse wechseln

Ein kleiner Leitfaden für KMU

Ist Ihre Pensionskasse für die Zukunft gerüstet? Als Unternehmerin und Unternehmer tun Sie gut daran, sich diese Frage regelmässig zu stellen. Denn es kann durchaus sein, dass nach einer kritischen Betrachtung ein Wechsel angezeigt wäre. Unser Artikel zeigt auf, welche Kriterien Sie dabei besonders beachten sollten. Damit Sie herausfinden, welche Vorsorgeeinrichtungen in Frage kommen. Und um welche Sie lieber einen grossen Bogen machen.

Der Deckungsgrad – mit Vorsicht zu geniessen

Dem Begriff «Deckungsgrad» sind Sie bestimmt schon einmal begegnet. Er ist der am häufigsten verwendete Kennwert, um die finanzielle Situation einer Pensionskasse zu beschreiben. Vereinfacht gesagt, setzt der Deckungsgrad das Kapital einer Vorsorgeeinrichtung ins Verhältnis zu ihren Verpflichtungen. Sind die Verpflichtungen mehr als 100% gedeckt, spricht man von einer Überdeckung. Bei einer Unterdeckung sind es weniger als 100%.

Deckungsgrad ist nicht Deckungsgrad

Doch die Krux dabei ist, dass viele Schweizer Pensionskassen einen tendenziell zu hohen Deckungsgrad ausweisen. Mit Deckungsgraden von 100% und mehr wiegen sie ihre Versicherten in Sicherheit. Vor diesem Hintergrund lohnt es sich, eine andere Kenngrösse zu Rate zu ziehen – den sogenannten «Risikotragenden Deckungsgrad».

Deckt Schwächen auf: der Risikotragende Deckungsgrad

Der Risikotragende Deckungsgrad schafft Transparenz. Denn dieser bezieht noch einen anderen Aspekt in die Kalkulation mit ein: nämlich das Verhältnis von aktiven Versicherten zu Rentnern. Die Renten aus der beruflichen Vorsorge sind in der Schweiz garantiert. Deshalb tragen die Rentner kein Anlagerisiko. Dieses liegt bei den aktiven Versicherten und dem Arbeitgeber. Allfällige Unterdeckungen müssen von ihnen finanziert werden. So ist der Risikotragende Deckungsgrad besonders für Neueintretende geeignet, die Situation der Aktiven – eben den «Risikoträgern» sprich Versicherten und Arbeitgebern – der jeweiligen Kasse offen zu legen.

Mitentscheidend: der technische Zinssatz

Der Risikotragende Deckungsgrad ist zwar ein guter Anfang, aber für sich gesehen noch zu wenig aussägekräftig. Um eine Vorsorgeeinrichtung beurteilen zu können, muss ein weiterer Indikator unter die Lupe genommen werden: der technische Zinssatz. Er ist eine rein rechnerische Grösse, eine Annahme. Der technische Zinssatz beantwortet die Frage: Wie hoch kann das für die lebenslangen Rentenzahlungen zurückgestellte Kapital während der laufenden Rentenzahlungen verzinst werden? So bestimmt der technische Zinssatz letztlich auch die Höhe der Rente.

Werte klaffen auseinander

Auffallend ist, wie weit die technischen Zinssätze bei den Kassen auseinanderliegen. Manche versprechen ihren Neurentnern noch immer, ihr Alterskapital mit 3,5 Prozent zu verzinsen – im heutigen Umfeld ist dies allerdings wenig realistisch. Aufgrund der anhaltend tiefen Zinsen und der damit verbundenen niedrigen Anleiherenditen müsste ein realistischer technischen Zinssatz aktuell im Bereich von 2% liegen. Bei Kassen, die einen höheren technischen Zinssatz ausweisen, handelt es sich oft um öffentlich-rechtliche Kassen. Sie können aber nur deshalb so grosszügige Versprechen machen, weil im Notfall die Steuerzahler einspringen würden.

Der demographische Faktor

Ein weiteres aufschlussreiches Indiz für die längerfristige Gesundheit einer Pensionskasse erhält man, wenn man die Deckungskapitalien der aktiv Versicherten den Deckungskapitalien der Rentner gegenüberstellt. Die demographische Tendenz ist klar: Seit der Einführung des Gesetzes über die berufliche Vorsorge (BVG) im Jahr 1985 müssen immer weniger aktive Versicherte die Nachfinanzierungen für immer mehr Rentner tragen. Ihre Zahl wächst und mit der Pensionierung der Babyboomer dürfte der Rentneranteil vieler Kassen noch steigen.

Einbussen für aktiv Versicherte

Als Folge davon müssen Arbeitnehmer, die bei Kassen mit vielen Rentnern versichert sind, voraussichtlich die Nachfinanzierung der Rentnerverpflichtungen über geringere Verzinsungen lange tragen müssen. Im Gegensatz dazu erhalten Versicherte in Kassen mit weniger Rentnern die erwarteten Vermögenserträge im Grossen und Ganzen voll gutgeschrieben.

Haben Sie als Unternehmen Fragen zu Vorsorgelösungen? Die Perspectiva-Sammelstiftung bietet berufliche Vorsorgelösungen für KMU jeder Grösse. Kontaktieren Sie uns. Wir freuen uns, mit Ihnen ins Gespräch zu kommen.

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Fazit

Sie haben es bestimmt auch bei der Lektüre gemerkt: Das Thema Pensionskasse ist vielschichtig und zahlenlastig. Umso wichtiger ist es, vor einem Wechsel tief in die Materie einzutauchen und über möglichst viele Details Bescheid zu wissen. Dann können Sie auch bei einem Beratungsgespräch gezielt Fragen stellen die Versprechungen der Anbieter richtig einschätzen. Folgende Artikel, die sich ebenfalls mit Kernaspekten von Vorsorgeeinrichtungen befassen, runden Ihr Wissen ab:

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