Neugründung

So finden Start-ups die passende Pensionskasse

Beim Start in die berufliche Selbstständigkeit steht das Kerngeschäft im Vordergrund. Dennoch muss man sich auch um die berufliche Vorsorge kümmern – so will es das Gesetz. Worauf bei der Suche nach der passenden Vorsorgelösung geachtet werden muss, erfahren Firmengründerinnen und -gründer in diesem Beitrag. 

Die Geschäftsidee zündet, Marketingstrategie und Finanzierung sind wasserdicht, der Businessplan steht. Und los geht’s mit der Selbstständigkeit. Mit viel Ehrgeiz, Mut und einer grossen Portion Selbstvertrauen gibt man alles für das eigene Start-up. Denn schliesslich will man mit dem, was man am besten kann, im Markt erfolgreich sein. Doch viele Gründerinnen und Gründer merken schnell: Neben dem eigentlichen Kerngeschäft hat man plötzlich noch tausend andere Dinge um die Ohren. Es stehen nicht nur steuerliche sowie arbeits- und vertragsrechtliche Fragen im Raum, sondern auch solche zur beruflichen Vorsorge:

  • Welche Vorsorgeversicherungen sind für ein Start-up obligatorisch?
  • Gibt es je nach Rechtsform Unterschiede?
  • Wie finde ich heraus, welche Lösungen für mein Unternehmen sinnvoll sind?

Gewiss: Das Finden der passenden Vorsorge ist ein längerer Prozess. Der richtigen Lösung gehen immer Angebotsvergleiche und umfassende Beratungsgespräche voraus. Dennoch lohnt es sich, die Grundzüge der eigenen Vorsorge- und Versicherungssituation zu kennen. Aus diesem Grund liefern wir die wichtigsten Informationen gleich hier und jetzt.

Die Rechtsform macht den Unterschied

Start-up-Gründerinnen und -Gründer sind unter Umständen gesetzlich dazu verpflichtet, sich um Versicherungen und Vorsorgelösungen für sich und ihre Mitarbeitenden zu kümmern. Doch was gibt den Ausschlag? Einen wichtigen Anhaltspunkt liefert die Rechtsform. Inhaberinnen und Inhaber von Einzelfirmen sowie Kollektiv- und Kommanditgesellschaften gelten als selbstständig erwerbend und müssen sich selbst bei der kantonalen Ausgleichskasse (AHV) anmelden, wenn sie mehr als CHF 2’300 Gewinn pro Jahr erwirtschaften. Weitere Sozialversicherungen wie die 2. Säule sowie Unfall- und Krankentaggeldversicherung sind hingegen nicht obligatorisch. Selbstständig Erwerbende können sich jedoch freiwillig der beruflichen Vorsorge unterstellen und sich in derselben Vorsorgeeinrichtung versichern lassen, in der auch ihre Arbeitnehmenden versichert sind. Dasselbe gilt auch für die Unfall- und Krankentaggeldversicherung.

Obligatorische Vorsorge für AG und GmbH

In einer AG oder GmbH gelten Inhaberinnen und Inhaber als Angestellte. Sie unterstehen dem BVG und müssen sich und ihr Team ab einer gewissen Lohnsumme (aktuell ab CHF 21’330) versichern. Eine Sozialversicherung wird obligatorisch, genauso wie die Unfallversicherung. Gemäss UVG muss jede in der Schweiz beschäftigte Person gegen Berufsunfälle und Berufskrankheit versichert sein – und, sofern sie für mindestens acht Stunden pro Woche beim selben Arbeitgeber beschäftigt ist, auch gegen Nichtberufsunfälle.

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Die richtige Pensionskasse finden

Unfallversicherung, AHV, Arbeitslosenversicherung, Familienausgleichskasse – auf der Checkliste eines Start-ups stehen viele To-dos, die abgehakt werden müssen. Nicht zu vergessen ist dabei das Tagesgeschäft. Da ist die Verlockung gross, die berufliche Vorsorge aufgrund ihrer Komplexität zu vernachlässigen. Aber Vorsicht: Unfall oder Krankheit können schnell das Ende des Unternehmens bedeuten. Und wenn man sich dann einmal aus dem Berufsleben zurückzieht, will man es nicht darauf ankommen lassen, ob der Firmenverkauf das notwendige Alterskapital ergibt. Deshalb ist es lohnenswert, sich frühzeitig mit einem möglichen Anschluss an eine Pensionskasse auseinanderzusetzen.

Zwei Optionen

Wenn es um die Auswahl der passenden Pensionskasse geht, stehen Start-ups grundsätzlich zwei Optionen offen: die Vollversicherung und die sogenannte Teilautonomie. Da Gründerinnen und Gründer in der Anfangsphase permanent unter Zeitmangel leiden, sollte die berufliche Vorsorge möglichst wenig Aufwand bescheren und dabei doch die grösstmögliche Sicherheit bieten. Hierfür eignet sich die Vollversicherung: die Risiken Invalidität und Tod sind durch die Sammeleinrichtung beziehungsweise den entsprechenden Versicherer gedeckt und die Altersguthaben immer zu 100% gesichert.

Vollversicherung: Safety first

Hohe Sicherheit, niedrige Rendite: So lässt sich die Vollversicherung kurz zusammenfassen. Dabei gilt es allerdings zu bedenken, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis bei der Vollversicherung in den letzten Jahren immer unvorteilhafter geworden ist. Aufgrund der tiefen Zinsen fällt – wenn überhaupt – nur eine geringe Rendite an, zudem schränken regulatorische Vorgaben den Handlungsspielraum bei der Anlagestrategie ein. Zwar bietet die Vollversicherung jederzeit eine 100%-Garantie, doch die Kundinnen und Kunden zahlen einen immer höheren Preis für immer weniger Leistung.

Teilautonomie: Renditechancen nutzen

Bei teilautonomen Pensionskassen sieht die Sache anders aus. Sie sind freier in der Anlagestrategie und haben daher mehr Möglichkeiten, Ertragschancen für die Versicherten zu nutzen. Die Versicherten haben Aussicht auf eine höhere Verzinsung der Altersguthaben und somit höhere Renten – und das zu einem günstigeren Preis. Gerade für Start-ups ist die teilautonome Lösung eine gute Wahl. Unternehmen mit vorwiegend jüngeren Mitarbeitenden zahlen deutlich tieferen Risikoprämien. Sie sparen also jedes Jahr bei den Beiträgen für die Pensionskasse – bei gleichzeitiger Aussicht auf höhere Renten.

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Nach so viel Theorie wird’s jetzt konkret. Unser Vorsorge-Check für Start-ups gibt Ihnen einen detaillierten Überblick über die Vorsorge- und Versicherungssituation Ihres Unternehmens. Ein praktisches Tool, um Ihren individuellen Bedarf abzuklären – und eine gute Basis für Beratungsgespräche mit Experten und Vorsorgeeinrichtungen.

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