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Vorsorge: Die Zukunft wirft Fragen auf

Viele Mitarbeitende sind verunsichert, was ihre berufliche Vorsorge betrifft. Hier finden Sie Antworten zu den häufigsten Fragen.

Die Mitarbeitenden wollen Antworten

Nicht nur Unternehmen, auch Mitarbeitende machen sich immer mehr Gedanken zur beruflichen Vorsorge. Dazu tragen insbesondere die vielen Berichte in der Presse bei. Die Mitarbeitenden sind verunsichert. Das ist verständlich. Denn vielfach fehlt ihnen einfach das erforderliche Wissen. Perspectiva beantwortet deshalb hier die drei häufigsten Fragen, die sich die Versicherten zu ihrer Pensionskasse und ihrer Vorsorge stellen. 

Frage 1: Soll ich freiwillig in die Pensionskasse einzahlen?

Auf jeden Fall. Und zwar aus mehreren Gründen. Der wichtigste zuerst: Mit freiwilligen Einzahlungen lassen sich Lücken aus früheren Jahren ausgleichen. Solche Lücken entstehen zum Beispiel, wenn die versicherte Person über längere Zeit nicht angestellt war (Auszeit, Mutterschaft, Weiterbildung usw.). Aber nicht nur. Auch Lohnerhöhungen können zu Lücken führen, wenn die Beiträge nicht rechtzeitig angepasst werden. All diese Lücken wirken sich später auf die ausgezahlte Rente aus. Eine Nachzahlung von fehlenden Beitragsjahren lohnt sich somit definitiv. 

Aber Achtung: Man kann nicht einfach unbeschränkt einzahlen. Die erlaubte Summe hängt vom jeweils versicherten Lohn und vom Vorsorgeplan ab. Die exakte Zahl für die maximal mögliche Einzahlung ist auf dem persönlichen Vorsorgeausweis aufgeführt. Sie findet sich am Schluss der Aufstellung unter dem Punkt «Maximaler Einkaufsbetrag».

Dazu ein kleines Video zu den wichtigsten Punkten des Vorsorgeausweises:
Der Vorsorgeausweis kurz erklärt

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Mit freiwilligen Einzahlungen in die Pensionskasse lassen sich Steuern sparen

Lücken füllen ist das eine, ebenso vorteilhaft wirken sich jedoch die freiwilligen Einzahlungen auf die Steuern aus. Die eingezahlten Beträge können nämlich direkt vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden. So lässt sich einiges an Geld sparen und zwar über Jahre. Denn wer weitsichtig plant, teilt die Einkaufssumme auf mehrere Jahre auf. 

Frage 2: Was muss ich tun, wenn ich die Stelle wechsle respektive eine neue Stelle antrete?

Wer die Stelle wechselt, wechselt häufig auch zu einer neuen Pensionskasse. Das läuft in der Regel ohne grossen administrativen Aufwand ab. Die Versicherten brauchen dazu einzig das Formular «Persönliche Erklärung» für die Überweisung der Freizügigkeitsleistungen, das ihnen von der neuen Pensionskasse zugesandt wird, innert 30 Tagen nach Austritt am alten Arbeitsort einzureichen. Mit diesem Formular stimmen sie der Überweisung des Guthabens an die neue Kasse zu. Alles Weitere erledigt die Pensionskasse.

So viel gibt es also bei einem Stellenwechsel gar nicht zu tun. Auf eines sollte man jedoch speziell achten: dass sämtliche Guthaben von früheren Freizügigkeitskonten an die neue Kasse weitergereicht werden. Das betrifft alle, die ihr Vorsorgevermögen bei einem längeren Unterbruch auf einem Freizügigkeitskonto angelegt hatten. Dazu zählen auch Personen, die eine Zeit lang selbständig tätig waren und durch eine Anstellung sich wieder einer Pensionskasse anschliessen. Sie haben aus früheren Anstellungen vielleicht noch Vorsorgegelder auf einem Freizügigkeitskonto (z.B. der Stiftung Auffangeinrichtung oder einer Bank) liegen.

Also: unbedingt bei jedem Stellenwechsel oder Neueintritt an die Freizügigkeitskonten denken.

Frage 3: Ich möchte mein Arbeitspensum schon ein paar Jahre vor der Pensionierung reduzieren. Welche Möglichkeiten stehen mir zur Verfügung? 

Das Verständnis von Alter und Älterwerden hat sich in den letzten Jahren grundlegend verändert. Auch die Pläne und Vorstellungen zur dritten Lebensphase sind heute ganz anders als früher. Als Folge davon kommt vielfach der Wunsch nach einem flexiblen Altersrücktritt auf. Das hat auch der Staat erkannt und ermöglicht deshalb heute ab dem vollendeten 58. Altersjahr neben der ordentlichen Frühpensionierung per Gesetz noch zwei weitere Formen der Frühpensionierung.

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Reduziertes Arbeitspensum bei 100 Prozent versichertem Lohn

Das Arbeitspensum um bis zu 50 Prozent zurückfahren und den bisherigen Lohn weiterhin zu 100 Prozent versichern: Das ist der langfristig vorteilhafteste Weg, der Versicherten ab 58 offensteht. Bei dieser Form der Frühpensionierung entstehen zum einen keine Beitragslücken, zum anderen werden nach Erreichen des offiziellen Pensionsalters die vollen Vorsorgeleistungen ausgezahlt. Dabei gilt es jedoch eines zu beachten: Die versicherte Person muss während der Jahre mit reduziertem Arbeitsumfang für den ungedeckten Teil der Weiterversicherung vollumfänglich selbst aufkommen, ohne Mitfinanzierung durch den Arbeitgeber. Mit anderen Worten, sie muss die Differenz monatlich aus der eigenen Tasche einzahlen.

Teilpensionierung mit vorzeitigem Bezug von Altersleistungen

Als weitere Alternative zur ordentlichen Pensionierung haben Versicherte die Möglichkeit, bereits vorzeitig einen Teil der Altersleistungen zu beziehen. Bei dieser Form der Frühpensionierung können sie ihr Arbeitspensum bis zu maximal 60 Prozent reduzieren und zu mindestens 40 Prozent angestellt bleiben. Meist ist auch eine zeitliche Staffelung der Reduzierung möglich, dies ist aber abhängig von den konkreten Regelungen der Pensionskasse. 

Neben dem prozentual bemessenen und weiterversicherten Lohn erhalten sie bis zur ordentlichen Pensionierung eine Frührente. Diese Frührente wird von einem niedrigeren Altersguthaben und mit einem geringeren Umwandlungssatz berechnet. Sie läuft nach Erreichen des Pensionsalters ohne Änderungen weiter, wird ab diesem Zeitpunkt aber durch normale Rentenleistungen gemäss dem vorherigen, reduzierten Arbeitspensum ergänzt. Das sollte bei der Planung des flexiblen Ausstiegs unbedingt mitberücksichtigt werden.

Ob man sich jetzt für den ersten oder den zweiten Weg entscheidet oder sich gar vollständig frühpensionieren lässt – mit oder ohne Einkauf zum Ausgleich der reduzierten Altersleistung – hängt letztlich von den finanziellen Möglichkeiten der versicherten Person ab. 

Fazit

Die Entscheide rund um die persönliche berufliche Vorsorge sind nicht immer einfach zu fällen. Die Ausgangslage kann in manchen Fällen auch sehr komplex sein, nicht nur bei den angesprochenen Fragen. Eine professionelle Beratung ist deshalb in allen Fällen sehr hilfreich. 

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Immer wieder ratlos bei den vielen Fachbegriffen rund um die berufliche Vorsorge? Hier werden die wichtigsten Begriffe erklärt: Glossar zum BVG

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