Berufliche Vorsorge

Mut zur Bogenkarriere

Warum es mit der Karriere im Alter nicht weiter bergauf gehen muss

Die haben den Bogen raus

Einen Gang zurückschalten, auch der Gesundheit zuliebe?

Unmöglich für viele Führungskräfte. Das ändert sich, sobald ihre Arbeitgeber die Bogenkarriere einführen. Davon profitieren nicht nur die Manager, sondern das gesamte Unternehmen.

Vorzeitig in den Ruhestand wechseln wollte Ueli Moser keineswegs, aber sich weiterhin von Montag bis Freitag als Führungskraft aufreiben? Viel lieber wollte sich der Chef eines Entwicklungsteams bei Ypsomed um ihm wichtige Projekte kümmern – im Herzen ist der Manager immer ein Tüftler geblieben. Bei seinem Arbeitgeber fragte der 64-Jährige an, ob er einen Gang herunterschalten könne. Seine Expertise wolle er weiterhin einbringen, aber bitte ohne Führungsaufgaben. Bei CEO Simon Michel stiess er auf offene Ohren: Fachexperten sind seiner Meinung nach nicht weniger wichtig als Menschenführer. Seit Frühling 2016 arbeitet Moser als Projektbetreuer beim Spezialisten für Medizinaltechnik – und hat sich aller Führungsaufgaben entledigt. Bereut hat er es noch keine Minute: «Meine Meinung ist nach wie vor gefragt.»

Die Karriereleiter für ältere Arbeitnehmer ist gebogen

Ueli Moser hat bewusst eine Bogenkarriere eingeschlagen. Die ist neu. Das Besondere an ihr: Statt immer weiter nach oben zu führen, ist die Karriereleiter gebogen. Sie erlaubt es daher, im Berufsleben – sogar im selben Unternehmen – eine neue Richtung einzuschlagen. Dabei gibt es verschiedene Varianten: Einige geben – wie Moser – Verantwortung ab, andere satteln um und Dritte reduzieren ihr Arbeitspensum. Oder ein bisschen von allem. Wer den Bogen raushat, kann sich auf spannende Projekte einlassen, statt die Zahl der Untergebenen zu steigern. Kann beraten, statt Anweisungen zu geben. Oder nur noch drei Tage pro Woche arbeiten, statt Überstunden anzusammeln.

Das Finanzielle muss geregelt sein

Wenn man sich das leisten kann – finanziell. Gut dran sind alle Angestellten, die privat vorgesorgt haben. Noch besser dran sind Beschäftigte, deren Arbeitgeber mitdenkt, mögliche Einkommensdellen über die berufliche Vorsorge weitgehend ausgleicht und Experten- und Führungskarrieren als weitgehend gleichwertig ansieht.

Lebensqualität mit 50 plus statt Stress

Es geht darum, Prioritäten zu setzen. Lebensqualität statt Stress, schon der Gesundheit zuliebe. Davon profitiert auch der Arbeitgeber. Deshalb wartet etwa die Migros nicht, bis Mitarbeitende mit dem Wunsch, kürzerzutreten, auf sie zukommen. Der Genossenschafts-Bund wirbt seit drei Jahren offensiv für Bogenkarrieren; mehr als ein Dutzend Beschäftigte haben sich bereits darauf eingelassen. Die Migros erwartet deutlich mehr Interessierte in den nächsten Jahren, wenn die geburtenstarke Babyboomer-Generation ins Pensionsalter kommt.

Neue Arbeitsmodelle und Statusfragen

Es gibt zwei Gründe, warum Bogenkarrieren bislang eher die Ausnahme sind: weniger Status und weniger Geld. Viele Arbeitnehmende könnten das mit ihrem Ego nicht vereinbaren, sagt Norbert Thom, emeritierter Professor für Organisation und Personal an der Universität Bern. Thom kämpft daher für mehr gesellschaftliche Akzeptanz und plädiert für die Bogen- als Standardkarriere. Sein Vorschlag: In der Mitte des Erwerbslebens verdient man am meisten, danach nimmt das Salär wieder ab. Das gäbe beiden Seiten mehr Freiräume.

Und was können Sie tun?

Die Bogenkarriere ist für viele Ihrer Mitarbeitenden attraktiv – als Idee. In der Realität scheitert sie häufig an der Angst vor finanziellen Einbussen. Exakt an diesem Punkt können Sie als Arbeitgeber unterstützend ansetzen: mit einem durchdachten Vorsorgeplan, der ein Kürzertreten finanziell abpuffert und damit erst ermöglicht. Genau einen solch attraktiven Vorsorgeplan bietet Perspectiva in den Varianten Relax und Choice an.

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