Berufliche Vorsorge

Das Ergebnis zählt, nicht die Präsenz

Warum die Anwesenheitspflicht in Unternehmen unwichtiger wird

Wieso das Büro neu erfunden wird

Wer wann wo arbeitet – egal. In der neuen Arbeitswelt ist jeder mit jedem übers Internet verbunden. Um solche Optionen zu nutzen, muss sich in den Unternehmen mehr ändern als die technischen Möglichkeiten – vor allem das Führungsverständnis der Chefs. 

Die Alibi-Jacke über dem Bürostuhl hat ausgedient: Präsenz wird unwichtiger, das gilt auch für die vorgetäuschte Anwesenheit. In der zunehmend digitalisierten Arbeitswelt kommt es darauf an, Ergebnisse vorzulegen. Wann und wo das passiert, ist eigentlich egal. Gerade bei hoch qualifizierten Arbeitnehmenden diene die Zeiterfassung eher dem Zweck, sie vor Überlastung zu schützen, sagt Matthias Mölleney, Präsident der Zürcher Gesellschaft für Personal-Management. «Die Leistung und ihre Messung werden über inhaltliche Zielvereinbarungen geregelt, bei denen die Anwesenheit keine Rolle mehr spielt.» 

Die neue Arbeitswelt lässt auf sich warten

Das sagt sich leicht, kollidiert aber mit lange gewachsenen Vorstellungen. «Einzelne neue Arbeitsformen werden vielerorts schon umgesetzt, aber wirklich umfassend hat den Wandel hin zu einer Arbeitskultur 4.0 noch kaum ein Unternehmen vollzogen», sagt Leadership-Professorin Heike Bruch von der Universität St. Gallen. «Mehr als 90 Prozent der Unternehmen sind jedoch in einer Transformation auf dem Weg in die neue Arbeitswelt.» Trotzdem fühlen sich Pioniere wie Novartis ausgebremst: «Wir erhalten zunehmend Anfragen von Mitarbeitenden, die Arbeitszeit weiter zu flexibilisieren und zu individualisieren. Soweit betrieblich möglich, würden wir ihnen gerne entgegenkommen. Das Arbeitsgesetz setzt hier aber enge Grenzen», sagt Satoshi Sugimoto, Firmensprecher des Pharmakonzerns. 

Kein Ende der Präsenzkultur

Zwei Drittel der Beschäftigten in der Schweiz müssten immer vor Ort – also im Büro – sein, besagte 2015 eine Umfrage von Ipsos Mori, in Skandinavien und Grossbritannien sind es nur rund die Hälfte. Allerdings holt die Schweiz auf. Die hiesigen Firmen hatten in den drei Jahren zuvor ihre Homeoffice-Angebote um rund 30 Prozent ausgebaut, so der Personalvermittler Robert Half. 

Das Finanzielle muss geregelt sein

Manche Arbeitnehmenden nutzen solche Möglichkeiten, um beispielsweise nur noch Teilzeit zu arbeiten – wenn sie es sich finanziell leisten können. Gut dran sind alle, die privat vorgesorgt haben. Noch besser dran sind Angestellte, deren Arbeitgeber mitdenkt und mögliche Einkommensdellen über die berufliche Vorsorge weitgehend ausgleicht.

Mobil stets mit der Firma verbunden

Mit Internet und mobilen Arbeitsplätzen wird es unwichtiger, zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort zu sein. Doch Laptops und Smartphones kommen bislang vergleichsweise wenig zum Einsatz, fanden die Marktforscher von Ipsos Mori heraus. Im Silicon Valley etwa hielten Firmen es vielfach so, dass Mitarbeitende frei und spontan entscheiden können, ob sie im Büro arbeiten oder andernorts, sagt Andrea Back, Professorin an der Universität St. Gallen. «Trotzdem ist gerade bei Arbeiten, die Kommunikation im Team erfordern, das persönliche Zusammentreffen wertvoll und bei bestimmten Aufgaben nicht zu ersetzen.» Mitarbeitende müssen selbstverantwortlich die richtige Balance finden, meint Back: «Es sind nicht die mobilen Geräte und der mobile Zugriff, die eine Führung ohne Präsenzpflicht erlauben, sondern es ist das stimmige Zusammenspiel von Faktoren der Unternehmenskultur und -organisation.»

Gesteigerte Produktivität im Homeoffice

Dann steigt auch die Produktivität: Eine ruhigere Umgebung führe zu einer besseren Konzentration und die wiederum zu optimaleren Ergebnissen, sagten 62 Prozent der von Robert Half befragten Schweizer Personalmanager. 44 Prozent meinten positive Effekte zu spüren, was die Kreativität ihrer Mitarbeitenden angeht.

Chefs müssen anders führen

Was 39 Prozent der Personalmanager aber auch erwähnten: Das Führen werde schwieriger, wenn die Angestellten nicht im Büro sässen. Schwieriger? Eher «anders», sagt Petra Jenner, langjährige Chefin von Microsoft Schweiz und heute für Salesforce tätig. «Manager, die mit Präsenzmodellen aufgestiegen sind, müssen plötzlich ihren Führungsstil radikal überdenken. Stand früher die Kontrolle der Arbeit im Vordergrund, wird der Vorgesetzte künftig immer mehr zum Impulsgeber und Coach.» 

Und was können Sie tun?

Im Büro der Zukunft wird sich niemand hinter seinem Schreibtisch verschanzen und die Jacke hängen lassen, wenn es in die eigenmächtig verlängerte Mittagspause geht. Deshalb sollten Sie sich schon heute fragen: Wie viel Flexibilität hilft mir – und meinen Mitarbeitenden? Sie wissen: Flexible Arbeitszeiten und -orte sind für viele Ihrer Angestellten als Idee attraktiv. In der Realität scheitert die Umsetzung aber mitunter an der Angst vor finanziellen Einbussen. Exakt an diesem Punkt können Sie als Arbeitgeber ansetzen: mit einem durchdachten Vorsorgeplan, der flexible Arbeitszeiten finanziell abpuffert und damit erst ermöglicht. Genau einen solch attraktiven Vorsorgeplan bietet Perspectiva in den Varianten Relax und Choice an.

Sie haben Fragen?

Wir beraten Sie gerne zu Relax und Choice

Sie möchten mehr über Relax oder Choice erfahren?
In einem persönlichen Gespräch vor Ort können wir alle Fragen klären.

Wir beraten Sie gerne

Das könnte Sie auch interessieren

Zur Magazin Übersicht
Haben Sie eine Frage? Top