Berufliche Vorsorge

Berufliche Vorsorge: Das Minimum reicht nicht mehr

Entscheiden Sie sich für eine überobligatorische Vorsorgelösung für sich und Ihre Mitarbeitenden.

Wenn es um die berufliche Vorsorge geht, stellt das BVG (Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge) nur Mindestvorschriften auf. Umhüllende Vorsorgeeinrichtungen können – auch wenn sie dem BVG unterstehen – von diesen Vorschriften abweichen und höhere, sogenannte überobligatorische Leistungen vorsehen. Wo aber liegen nun die Unterschiede zwischen der obligatorischen und der überobligatorischen Vorsorge und was sind die Besonderheiten?

Die Zweiteilung in der beruflichen Vorsorge

Die Idee, für Arbeitnehmende einen Vorsorgeschutz einzurichten, ist noch gar nicht so alt. Die ersten Schweizer Pensionskassen sind in der Zeit der Industrialisierung, also vor gut 120 Jahren, entstanden. Im Gegensatz zu heute erfolgte der Beitritt allerdings nur, wenn es dem Willen des Arbeitgebers entsprach.

Erst 1972 wurde die berufliche Vorsorge in die Bundesverfassung aufgenommen und dort im Dreisäulenprinzip verankert. Gestützt auf diese Bestimmungen wurde das «Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge» (BVG) ausgearbeitet. Es trat am 1. Januar 1985 in Kraft. Seither existiert in der Schweiz eine gesetzlich garantierte Minimalvorsorge – das sogenannte Obligatorium der beruflichen Vorsorge. Die Vorsorgeeinrichtungen sind jedoch frei, Leistungen zu erbringen, die über das vom Gesetz geforderte Minimum hinausgehen. Dabei handelt es sich um sogenannte überobligatorische Leistungen.

Die Zweiteilung in der beruflichen Vorsorge

Obligatorium Überobligatorium
Leistung, die die Pensionskasse gemäss Gesetz (BVG) erbringen MUSS Leistungen, die die Pensionskasse darüber hinaus erbringen KANN


Es ist wichtig, dass sich Arbeitnehmende bewusst sind, dass ihr Vorsorgegeld aus einem obligatorischen und einem überobligatorischen Teil besteht.

Ein Beispiel: Arbeitnehmer A verdient im Jahr vor seiner Pensionierung 150 000 Franken, aber nur 59 925 Franken davon sind über das Obligatorium versichert. Weil dort nur der Mindestzinssatz angewandt wird und weil die Sparbeiträge nur auf dem versicherten Lohn berechnet werden und somit auch tief ausfallen, kommt er trotz überdurchschnittlichem Lohn auf eine relativ tiefe Rente.Es ist wichtig, dass sich Arbeitnehmende bewusst sind, dass ihr Vorsorgegeld aus einem obligatorischen und einem überobligatorischen Teil besteht.

Der Haken an der Sache also: Mit dem Obligatorium alleine – den gesetzlich vorgegebenen Mindestleistungen – kann nach der Pensionierung meist nicht einmal mehr der gewohnte Lebensstandard weitergeführt werden.  

Was zählt zum Obligatorium?

Das BVG enthält diverse Mindestvorschriften, an die sich alle Vorsorgeeinrichtungen zu halten haben. Geregelt ist unter anderem

  • die Höhe des zu versichernden Jahreslohnes 
    Ab der Höhe von 21 150 Franken Lohn sind Arbeitgeber und Arbeitnehmer verpflichtet, in die 2. Säule einzuzahlen. Die Höhe des versicherten Lohns ist allerdings begrenzt. Der maximal versicherte Jahreslohn beträgt 84 600 Franken (abzüglich Koordinationsabzug von 24 675 Franken = 59 925 Franken).  
  • die Höhe des Umwandlungssatzes
    Der Umwandlungssatz bezeichnet, mit welchem Zins die Altersguthaben eines Tages ausbezahlt werden. Für das Obligatorium gilt aktuell ein Umwandlungssatz von 6,8 Prozent (Stand April 2018; 2017 lehnten die Stimmbürger eine Senkung auf 6,0 Prozent ab).
  • die Höhe der jährlich gutzuschreibenden Altersgutschriften (Sparbeiträge)
    Für den Obligatoriumsbereich wird folgende Abstufung angewendet:
Alter Altersgutschrift in % des versicherten Lohns
24–34 7
35–44 10
45–54 15
55–65 18

 

  • die Verzinsung
    Das Altersguthaben wird mit dem vom Bundesrat festgelegten Mindestzinssatz von 1,00 Prozent (Stand 2018) verzinst.

Leistungen im Überobligatorium

Eine umhüllende Vorsorgeeinrichtung erbringt Leistungen, welche weit über die obligatorischen Leistungen hinausgehen können. Sie weist deutliche Unterschiede im Vergleich zum BVG-Minimum auf. Mit dem Ziel, ein höheres Sparkapital zu bilden,

  • kann mit dem Sparprozess früher begonnen werden.
  • können die versicherten Jahreslöhne erhöht werden.
  • können die Altersgutschriften erhöht werden.
  • kann der Koordinationsabzug reduziert oder weggelassen werden.

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Vergleich zwischen der obligatorischen und einer umhüllend-über­obligatorischen Vorsorge

Im Folgenden soll am Beispiel einer umhüllenden Kasse aufgezeigt werden, welche Möglichkeiten das Überobligatorium im Vergleich zum BVB-Minimum bietet.

  BVG-Pensionskasse Umhüllende Kasse
Versicherungsalter Ab 1. Januar nach Vollendung des 17. Altersjahres für die Risiken Tod und Invalidität und ab 1. Januar nach Vollendung des 24. Altersjahres für das Sparen Ab 1. Januar nach Vollendung des 17. Altersjahres für die Risiken Tod, Invalidität und ab dem 1. Januar nach Vollendung des 19. Altersjahres für das Sparen
Maximal versicherter Jahreslohn 84 600 CHF abzüglich Koordinationsbetrag von 24 675 CHF 84 600 CHF abzüglich Koordinationsbetrag von 24 675 CHF
Altersgutschriften Alter 25–34: 7 %
Alter 35–44: 10 %
Alter 45–54: 15 %
Alter 55–65: 18 %
Alter 20–34: 9 %
Alter 35–44: 12 %
Alter 45–54: 17 %
Alter 55–65: 20 %

Rechnungsbeispiel

In unserem Beispiel erhält eine versicherte Person – geboren am 1.1.1998 – einen Jahreslohn von durchschnittlich 54 000 CHF (nach Abzug Koordinationsbetrag).

  BVG-Pensionskasse Umhüllende Kasse
Versicherungsalter Ab 1. Januar nach Vollendung des 17. Altersjahres für die Risiken Tod und Invalidität und ab 1. Januar nach Vollendung des 24. Altersjahres für das Sparen Ab 1. Januar nach Vollendung des 17. Altersjahres für die Risiken Tod, Invalidität und ab dem 1. Januar nach Vollendung des 19. Altersjahres für das Sparen
Maximal versicherter Jahreslohn 84 600 CHF abzüglich Koordinationsbetrag von 24 675 CHF 84 600 CHF abzüglich Koordinationsbetrag von 24 675 CHF
Altersgutschriften Alter 25–34: 7 %
Alter 35–44: 10 %
Alter 45–54: 15 %
Alter 55–65: 18 %
Alter 20–34: 9 %
Alter 35–44: 12 %
Alter 45–54: 17 %
Alter 55–65: 20 %

Fazit

Der Umwandlungssatz liegt bei der umhüllenden Vorsorgeeinrichtung zwar unter jenem gemäss BVG. Jedoch wird aufgrund des früheren Sparbeginns, der deutlich höheren Sparbeiträge und der höheren versicherbaren Jahreslöhne ein markant höheres Alterskapital gebildet. 

Der BVG-Umwandlungssatz – nicht mehr realistisch

Der Umwandlungssatz liegt bei der umhüllenden Vorsorgeeinrichtung zwar unter jenem gemäss BVG. Jedoch wird aufgrund des früheren Sparbeginns, der deutlich höheren Sparbeiträge und der höheren versicherbaren Jahreslöhne ein markant höheres Alterskapital gebildet. 

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